Erholungsort

Glückswachstumsgebiet

Glückswachstumsgebiet (TASH)
Strandbad Bordesholm © TA.SH
Skulpturenausstellung Bissee (M.Brzakala)
Blaue Brücke
Frisches Obst im Hofladen auf dem Antik-Hof Bissee. © TA.SH

Schleswig-Holstein ist ein anerkanntes Glückswachstumsgebiet, das durch einzigartige Landschaft, lebendiges Wetter und außergewöhnliche und gastfreundliche Menschen entsteht.

Die Autorin Andrea C. Bayer war Farben sammeln im Bordesholmer Land und das ist ihr Bericht:

Kennen Sie dieses Gefühl, wenn man nach Unternehmung feststellt, dass man die letzten Teile eines Puzzles auf die persönliche Landkarte gesetzt hat? Mein Landkartenausschnitt ist heute das „Bunte Bordesholmer Land”. So beschreiben es unsere Touristiker-Kollegen. Auf dem Weg zu unserem Startpunkt mitten im Erholungsort Bordesholm überlege ich, was mir zu Bordesholm einfällt: Klosterkirche von außen, Bordesholmer See, Konzertabend im Savoy-Kino (Tipp: schauen Sie mal in das Veranstaltungsprogramm! Es lohnt sich.) – das kenne ich. Ich bin gespannt, wie viel bunter mein gedankliches Puzzle heute Abend sein wird.

Die erste Farbe, die mir im Gedächtnis bleibt, ist Rot: an der Badestelle des Bordesholmer Sees warten Doppelliegestühle und knallig rote Ausruhmöbel auf uns.

 Andrea und ich sitzen Probe: ja, hier können wir es aushalten. Blauer Himmel, wärmende Sonne, Wasserglück an der flachen – und damit für Kinder idealen – Badestelle. Welch eine Idylle! Ich blicke über das Wasser zum anderen Ufer und sammle für meine Karte sattes Grün ein : durch dieses führt der sechs Kilometer lange Weg um den See.

Eigentlich aber möchte ich noch ein bisschen auf meinem roten Flecken im Farbkreis verweilen. (Rot intensiviert nämlich das bewusste Erleben und wirkt sich positiv auf den Energiepegel aus.) Nächster Stopp also: die rot verklinkerte Klosterkirche. „Das ist unser Wahrzeichen”, erklärt uns Karsten Rocholl, der Vorsitzende vom Tourismusverein Bordesholmer Land. Er ist heute unser Gastgeber, zusammen mit seinem Stellvertreter Ronald Büssow. Das Wahrzeichen der Stadt ist ein dreischiffiger, stringent gotischer Bau. Seine Geschichte reicht bis ins frühe 14. Jahrhundert zurück und ist mit der Gründung der Universität Kiel, die 2015 ihr 350-jähriges Bestehen feiert, verbunden ist.

Bekannt aus der Klosterkirche Bordesholm ist außerdem der berühmte Brüggemann-Altar, ein Passions-Altar mit rund 400 aus Eichenholz geschnitzten Figuren, der schon 1665 in den Schleswiger Dom überführt wurde und dort bis heute zu bestaunen ist. Karsten Rocholl gibt uns noch einen Tipp mit auf den Weg: „Immer am zweiten Advents-Wochenende findet rund um die Klosterkirche unser Weihnachtsmarkt statt.” Der ist Treffpunkt für Bordesholmer und Gäste – perfekt, um für einen Tag mal richtig mittendrin zu sein! Andrea und ich jedenfalls schreiben das gleich mal auf unsere „Ideen für Ausflüge”-Liste. Dazu die Notiz, dass die Klosterkirche auch SHMF-Spielstätte ist.

Dann aber geht es weiter, auf unserer Tour und in meinem Farbkreis. Grün und Blau sind neben Rot im Logo des „Bunten Bordesholmer Lands” vertreten. Mitten im Eidertal stehend, ist es für Andrea Gastager und mich keine Frage, warum ausgerechnet diese Farben eine so stark natürliche, inspirierende und zugleich beruhigende Ausstrahlung haben: beschaulich fließt die Eider hier in ihrem Bett. Es ist ganz still um uns herum. Der Pfad runter zum kleinen Fluss ist an manchen Stellen gerade mal fußbreit. Er führt durch eine Kuhweide. Das Öffnen des Gatters erinnert mich an meine Kindheit in den Bergen. Herrlich! Hellblau, Smaragd-, Wald- und Wiesengrün, dazu Schäfchenwolken am Himmel… wieder wollen wir am liebsten bleiben. Verträumt lehnen wir uns über den Handlauf der „Blauen Brücke”, der ältesten in Schleswig-Holstein bekannten Eisenkonstruktion dieser Art. 1865 wurde sie, das sagen die Archive, erbaut.

Und das Tal ist noch viel älter: die besondere Landschafts- und Kulturform ist das Relikt eiszeitlicher Gletscher. Auf zehn Kilometern durchwandert man das Tal. Auf Holzbänken und in kleinen Schutzhütten legt man Rast ein. Toll! Ich lasse ein letztes Mal den Blick über die Wiesen gleiten – und freue mich: meine persönliche Landkarte ist jetzt im Bereich Naturpark Westensee Obere Eider um ein Puzzleteil reicher.

Richtig bunt ist das Bordesholmer Land in Bissee. Auch hier schlängelt sich die Eider durch. Von Mai bis Oktober lädt alljährlich der Skulpturensommer zu Spaziergängen mit Entdeckerpotenzial ein. Stein, Holz, Glas, Kunststoff, Metall – Material und Formen sind höchst unterschiedlich. Bunt also. Andrea und ich lassen uns treiben: hier schauen wir durch eine übermannshohe Steinskulptur über die Felder. Dort zaubern uns die farbenfrohen Arbeiten der Profilklasse Kunst der Immanuel-Kant-Schule Neumünster fröhliche Minen ins Gesicht. Sie ergänzen die Werke von in diesem Jahr 26 Künstler in dieser Outdoor-Ausstellung.

Vervollständigt wird mein Farbspektrum heute im Antik-Hof Bissee: Obst, Gemüse, Marmeladen, Käse, Wurst – bunt, regional und besonders ist die Auswahl im Hofladen. Gleiches gilt für das Restaurant. Gerne sitze ich hier im Sommer im Garten und in der kühleren Jahreszeit drinnen am Feuer. Immer ist es gemütlich, entspannend und immer stehen Regionalität, Saisonalität und Qualität im Mittelpunkt. Der Antik-Hof Bissee ist Gründungsmitglied von Feinheimisch und seit 2005 Schleswig-Holsteins erstes zertifiziertes BIO-Restaurant. Geschäftsführer Dieter Mengel erzählt uns von seinem Sommer-Bistro: hier entwickeln die Auszubildenden die Speisekarte mit, kochen und kümmern sich um den Service. Ein tolles Projekt, wie wir finden!

Erholungsort Bordesholm

Ronald Büssow nimmt die Urkunde „Anerkannter Erholungsort“ von Ralph Müller-Beck, dem Staatssekräter des KielerWirtschaftsministerium im Bordesholmer Tourismusbüro (Wortwechsel Verlag) entgegen.

Es war ein langer Prozess. Konsequent hat ihn Ronald Büssow für Bordesholm und die Region nun mit einem starken Netzwerk umsetzen können.
Paul Steffen (†) und Ronald Büssow hatten vor gut 5 Jahren den Gedanken Luftkurort Bordesholm in einer Sitzung des Tourismusvereins Bordesholmer Land e.V. aufleben lassen. Engagiert verfolgten sie, diese Auszeichnung realisieren zu können und nun wurde zwar aus dem Luftkurort ein Erholungsort, dennoch wissen alle Beteiligten - damit stärken wir die Region.

Paul Steffen hatte im Bordesholmer Dreieck 10/2007 einen Artikel Luftkurort Bordesholm - um 1910 veröffentlicht. Vor dem 1. Weltkrieg hatte Bordesholm schon als Luftkurort einen guten Namen als Wohnort sowie für Ausflügler und Touristen.

Im Rahmen einer Feierstunde u.a. mit VertreterInnen des Ministeriums, dem Kreispräsidenten Lutz Clefsen, Amtsdirektors Heinrich Lembrecht und des Amtes Bordesholm wurden die mit der Ernennung zum Erholungsort verbunden Chancen für den Ort und die Region im kreativen Gespräch und erholsamer Atmosphäre angedacht. Zum Abschied kam der motivierende Satz des Staatssekräters Ralph Müller-Beck: Machen Sie was draus. 
Und mit diesem Statement, beginnt nun die Phase das wertvolle Prädikat mit Leben zu füllen.

 
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